Hallo, so schön, dass du da bist!
Kennst du das Gefühl, dich nicht abgrenzen zu können? Immer wieder sagst du Ja obwohl du Nein sagen möchtest? Obwohl du merkst, dass deine Grenzen schon längst erreicht sind oder schon überschritten wurden? Oft erleben wir in unseren Beziehungen, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr spüren können und uns manchmal sogar im anderen aufzulösen scheinen. Heute möchte ich mit dir zusammen mal dahinter schauen und ein bisschen ergründen, warum wir das machen und wie wir da Stück für Stück herausfinden können. Dazu ist es ganz hilfreich erstmal zu verstehen, was denn unsere Grenzen eigentlich sind und wie sie entstehen.
Gesunde Grenzen
Was ich selbst auf meinem Heilungsweg entdecken durfte und was ich so wundervoll finde, ist, dass gesunde Grenzen nichts Statisches, in Stein gemeißeltes sind, sondern dass gesunde Grenzen lebendig sind, beweglich. Sie schätzen immer wieder neu ein, welche Intensität angemessen ist und wo sie sind. Sie wachsen mit uns mit. Es kann also sein, dass du in einer Phase deines Lebens merkst, ok, zur Zeit kann ich nur 10 Stunden in der Woche arbeiten und zu einem früheren Zeitpunkt waren es vielleicht mal 20 Stunden in der Woche. Oder du merkst, gestern konntest du die Nähe zu vielen Menschen genießen, heute brauchst du einen ruhigen Tag mit wenig Kontakt. Gesunde Grenzen stellen sich darauf ein, filtern und sorgen dafür, dass du deine Bedürfnisse spürst.
Wie kommt es aber nun dazu, dass wir diese Grenzen gar nicht spüren können, sie vielleicht gar nicht entwickeln konnten und ständig das Gefühl haben, dass es so schwierig ist, unsere Grenzen aufrechtzuhalten?
Dein Selbst finden
Damit sich unsere Grenzen entwickeln, brauchen wir ein Gefühl für uns selbst. Wir müssen quasi wissen wo wir anfangen und wo wir aufhören, wo bist du und wo ist der andere. Dieses Gefühl wird geboren aus einer wiederkehrenden Erfahrung in unserer ganz frühen Entwicklungsphase mit der ersten Zelle und der Zeit als Embryo im Mutterleib.
Es ist wichtig zu verstehen, dass wenn wir als lebendiges Wesen hereinkommen in diese Welt, wir einen Ort finden wollen, einen liebevollen Ort, an dem wir ankommen können mit allem, was wir sind, mit unserem ganzen Wesen. Wir brauchen es, liebevoll wahrgenommen und willkommen geheißen zu werden, vom allerersten Moment an. Wenn wir diesen liebevollen Landeplatz haben, der in der ersten Phase unserer Entwicklung unsere Mutter ist, dann erleben wir die Annahme unseres ersten Bindungsimpulses, der von Anfang an suchend nach Außen von uns weg ausgerichtet ist. Wenn dieser Bindungsimpuls liebevoll beantwortet wird, dann erst sinkt unsere Aufmerksamkeit wieder zurück in unseren Körper, in unsere Zellen, dann erst entsteht das Gefühl für uns selbst. Wir sinken mit unserer Wahrnehmung erst dann in unseren eigenen Körper, wenn wir einen liebevollen Landeplatz gefunden haben. Wenn wir Zeit haben immer wieder unser Selbst zu finden indem unser Bindungsimpuls immer wieder liebevoll beantwortet wird, entfaltet sich die Wahrnehmung für uns selbst, was dann auch die Voraussetzung für unser Ich-Gefühl ist, was sich später in unserer Kindheit entwickeln möchte, wenn wir mit unserem eigenen Willen in Kontakt kommen.
Wenn wir diese grundlegende Erfahrung nicht gemacht haben, kann es sein, dass unser Bindungsimpuls immer noch sucht. Vielleicht in jedem potenziellen Partner da draußen die liebevolle Antwort sucht, die bedingungslose Liebe sucht und sich in der Bindung zu einem Partner oder Freund verliert, weil der ursprüngliche Bindungsimpuls nicht oder nur teilweise liebevoll beantwortet wurde. So haben wir kaum ein Gefühl für uns selbst entwickeln können, weil die Antwort ausgeblieben ist und etwas in uns im Suchen verbleiben mussten. Unsere gesunden Grenzen konnten sich nicht entwickeln ohne ein Selbst, was wir spüren können, was es zu schützen gilt, was als wertvoll angesehen wird.
Hole nach, was dir gefehlt hat
Das Wundervolle aber ist, dass wir diesen Entwicklungsschritt, wie auch alle anderen, heute nachholen können. Und dazu möchte ich dir Mut machen und mit dir teilen, dass es ein Weg ist, der sich lohnt. Es ist so heilsam langsam immer mehr zu verstehen, warum wir uns Zeit unseres Lebens nicht gut selbst spüren konnten, vielleicht auch unser Nein und unser Ja kaum wahrnehmen konnten oder immer auf der Suche waren. Zu verstehen, dass es eine berechtigte Suche war – nur eben an der verkehrten Stelle, kann uns liebevoller uns selbst gegenüber stimmen. Und wir können z.B. mithilfe des Morgenlicht-Coachings in Berührung kommen mit diesem frühen Anteil von uns und diese Entwicklung nachträglich erleben. Und alles in uns richtet sich neu aus, Schritt für Schritt. Es ist schön zu erleben, wie der suchende, verzweifelte Blick nach außen, nach und nach weicher wird, sich liebevoll zu dir selbst richtet und dir gesunde Grenzen erlaubt, die dich in Beziehung zu anderen Menschen nicht verschwinden lassen, sondern es dir ermöglichen präsent und in deiner Kraft zu bleiben, auf eine ganz natürliche Weise, ohne Anstrengung, ohne dir vornehmen zu müssen, da jetzt eine Grenzen zu wahren. Denn deine Grenzen entstehen, wachsen und werden immer kraftvoller und gesünder, fast wie ein lebendiger weiser Garten, der dich umgibt und für dich sorgt.
Gesunde Grenzen lassen rein, was gut ist, was uns dient und sorgen dafür, dass alles andere draußen bleibt und uns nicht zu nahe kommt. Du bekommst wieder ein Gefühl für dich selbst, kannst wieder mehr bei dir bleiben und deine Grenzen spüren, auch in Begegnung mit anderen.
Alles Liebe für dich!


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