Hallo, so schön, dass du hier bist!
Ok, ich mach das jetzt! – vielleicht nach einer langen Phasen des Überlegens, Momenten der Unsicherheit und des Abwägens ’soll ich oder doch lieber nicht?‘ Vielleicht kennst du dieses Zaudern, dieses Ausweichen vor dem nächsten Schritt, der eigentlich gerade für dich ansteht? Vor allem wenn es darum geht, etwas von dir selbst in die Welt zu bringen, deinen Ausdruck mit anderen zu teilen, etwas mehr du selbst zu sein, kommen wir manchmal mit einigen Blockaden in uns in Kontakt. Um diesen neuen Schritt zu wagen und weil wir nicht wissen, wohin er uns führt, brauchen wir einfach manchmal eine ordentliche Portion Mut. Was stärkt uns in unserer Kraft und hilft uns, mutig zu sein? Und warum fällt es manchmal so schwer und wir ziehen uns vielleicht eher zurück wo wir eigentlich nach vorne gehen könnten?
die Beziehung zu deiner Kraft
Mit jedem neuen Schritt, den du gehst, wächst du mehr in deine Kraft. Es möchte mehr von dir zum Ausdruck kommen und wenn wir vor so einem Schritt stehen, kann es sein, dass wir mit dem in Berührung kommen, was unsere Kraft geprägt hat. Manchmal kommen Ängst zum Vorschein oder das Gefühl, da ist eine unüberwindbare Hürde vor uns. Vielleicht merkst du, wie du dich innerlich zurückziehst und in den Freeze Zustand gerätst oder wie alles in dir anfängt woanders hinzuschauen, dich abzulenken und auf einmal sind hundert andere Sachen wichtiger und müssen gleich erledigt werden.
Wir können ja mal schauen, worauf diese Reaktionen hindeuten, die in dir aufkommen, wenn du den nächsten Schritt für dich angehen möchtest. Wenn sich da unsere körperlichen Überlebensreaktionen wie freeze, fight oder flight zeigen, können wir davon ausgehen, dass wir in der Phase, als wir in unsere Kraft hineinwachsen wollten, vielleicht zu wenig liebevolle Unterstützung erlebt haben. Vielleicht fehlte uns ein liebevolles Gegenüber und damit auch die Gewissheit, dass wir nicht allein mit unserer Kraft sind, dass wir darin liebevoll gehalten, gesehen und gestärkt werden. Wurde deine Kraft liebevoll angenommen, willkommen geheißen? Durfte der Ausdruck deiner Kraft in die Welt gelangen oder wurde deine Kraft eher belächelt, nicht ernst genommen, abgetan oder unterdrückt? Vielleicht gibt es Ängste, die sich rund um deine Kraft ringen, Ängste, die vielleicht gar nicht deine sind?
der Entwicklungsweg
Es gibt immer wieder Phasen in unserem Leben, in denen wir unsere Kraft entwickeln und erproben. Vielleicht entdecken wir unsere Kraft, wenn wir uns als Kleinkind das erste Mal trauen, uns einen Schritt mehr von der Mama zu entfernen und dann wieder zu ihr hinlaufen oder in der Phase, in der wir trotzig sind und zu allem Nein sagen, ’nein, ich will das anders, nein, ich mach das jetzt so‘. Auch während unserer frühkindlichen Entwicklung wachsen wir über das Krabbeln bis zu unseren ersten aufrechten Schritten langsam in unsere Kraft hinein, dabei spielen auch frühkindliche Reflexe eine wichtige Rolle wie z.B. der Abstütz- oder Wegdrück-Reflex (Palmar Push Reflex), dem wir in der Körperarbeit behutsam begegnen können.
Und dann gibt es da auch eine spätere Phase in unserem Leben, in der die Kraft, die wir in unserer Kindheit entwickeln konnten in eine neue Qualität hineinwächst. Es war ein wahrer Augenöffner für mich, als ich lernte, dass das Zentrum unserer Kraft während unserer Entwicklung den Ort wechselt. Als Kind sind wir nämlich in der Erprobung unserer Kraft immer eingewoben in das Feld unserer Eltern oder nahen Bezugspersonen. Sie geben im Grunde die Richtung vor, in die wir uns entwickeln, sie halten unsere Kraft. Das ändert sich dann aber, wenn wir uns als Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsensein befinden. Wir beginnen Entscheidungen für uns selbst zu treffen, gehen vielleicht durch eine wilde oder stille Phase der Rebellion. Es ist die Phase unserer Entwicklung, in der wir uns zwischen Kindsein und Erwachsensein eine Weile lang hin und her bewegen. In dieser Zeit wandert unsere Kraft quasi zu uns selbst, in unseren eigenen Körper und in unser eigenes energetisches Feld. Wir beginnen langsam unser Kraftenzentrum in unserem eigenen Inneren zu integrieren. Es wandert also von außen nach innen zu dir selbst. Du kannst mal hineinspüren und schauen, wo du das Zentrum deiner Kraft in dir spürst. Ist es in deinem Körper präsent oder vielleicht fühlst du auch, dass es Teile deiner Kraft gibt, die sich irgendwoanders befinden, bei anderen Menschen? Falls das so ist, kannst du nach und nach erlauben, dass sich deine Kraft zu dir bewegen darf. Wir können unsere Kraft einladen, mehr bei uns zu landen.
Und wie wir diese Phase als Jugendliche in unserer eigenen Entwicklung erlebt haben, prägt uns in unserer Beziehung zu unserer eigenen Kraft. Durften wir ausprobieren? Hatten wir genug Unterstützung und Freiraum? Durften wir auch wieder zurückkommen, wieder ein bisschen klein werden, Kind werden und in die Geborgenheit unserer Eltern zurückkehren, wenn wir uns ausruhen wollten oder wenn es mal nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Durften wir Fehler machen?
Anlehnen mit deiner Kraft
Nicht immer waren wir in dieser Phase unseres Lebens liebevoll begleitet, vielleicht war da stattdessen viel Einsamkeit, Überforderung und Angst und die Frage, bin ich wichtig, bin ich wertvoll, darf ich überhaupt meinen Platz einnehmen, ist da überhaupt ein Platz da für mich? Vielleicht gab es in unserer Jugend nur kleine Möglichkeiten unseren Mut zu entwickeln und in unsere eigene Kraft hineinzuwachsen. So kann es sein, dass wir als Erwachsene unsere Kraft vielleicht gar nicht spüren und eher in die Überforderung geraten bei dem Versuch zu wachsen und zu werden.
Wie wäre es aber, wenn du mit deiner Kraft liebevoll wahrgenommen wirst, nicht verurteilt, sondern mit einem liebevollen Lächeln willkommengeheißen wirst? Und wie wäre es, wenn wir uns heute im Kontakt mit dem Zentrum unserer Kraft, mit allen Prägungen, die es mitbringt, genau dafür liebevolle Helfer an die Seite holen? Wir können Ausschau halten, welcher Helfer seine Kraft schon integriert hat, das Zentrum seiner Kraft in seiner Energie schwingen und wirken läßt. Manchmal ist es ein großer Baum oder ein Felsen, den wir in seiner Kraft wahrnehmen können, an den wir uns anlehnen können, der uns mit unserer eigenen Kraft halten kann. Manchmal sind es liebevolle Krafttiere, wie ein Löwe oder ein Elephant, schau einfach was sich gut und unterstützend für dich anfühlt. ‚Da ist eine Kraft in dir, die fließen möchte, die in dir ihren Platz finden darf‘. Und währenddessen kann es so heilsam sein, dass jemand an unserer Seite ist, dich ermutigt, dir die Hand reicht, dir den nächsten Schritt zeigt, ihn mit dir zusammen geht, dich hält in deiner Kraft. Und du darfst deinen Weg gehen, mit Unterstützung und auf deine ganz eigene Art.
Ich glaube, mutig zu sein, entsteht da, wo wir als Heranwachsende mit unserer eigenen Kraft in Kontakt kommen und gleichzeitig liebevoll darin gehalten und bestätigt werden. Und der Mut als Erwachsener ensteht aus diesem liebevoll gewachsenen Fundament unserer Kraft. Wir brauchen Geborgenheit und die Gewissheit, da ist eine liebevolle Wärme, wenn ich nach vorne gehe und wieder ein Stück mehr meinen Platz einnehme. Und ich darf auch nach meinem mutigen Schritt mit meiner Kraft in die Geborgenheit hineinsinken. Ich muss beim Anlehnen meine Kraft nicht aufgeben, sondern meine Kraft darf in mir bleiben, in meiner Energie schwingen und tief verbunden wirken, mal in Richtigung Aktivität und mal in Richtung Ruhe – hin und her.
Alles Liebe,
Deine Kathrin


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