… und was hat es mit deinem Wertgefühl zu tun?
Hey du, wie schön, dass du hier bist!
Bist du es gewohnt ständig allein für dich zu sorgen? Hast du das Gefühl, selbst wenn du um Hilfe bittest, kann dir keiner helfen? Vielleicht hast du irgendwann aufgehört nach Hilfe zu fragen, weil niemand da war oder weil du nur belächelt wurdest. Manchmal hallen in uns bestimmte Sätze aus unserer Vergangenheit nach, wie: „Warum schaffst du das denn nicht alleine?“ oder „Du bist doch alt genug!“ Und manchmal fangen wir dann langsam an zu glauben, Hilfe anzunehmen sei ein persönliches Versagen, etwas, was einem peinlich sein muss. Weil wir nichts anderes erfahren haben, fangen wir an zu glauben, wir müssten uns nur mehr anstrengen, dann brauchen wir keine Hilfe und können völlig unabhängig sein und bleiben.
Und was, wenn das alles so gar nicht wahr ist? Was, wenn wir in unserem wahren Kern als Mensch dafür geschaffen wurden, liebevoll miteinander umzugehen und uns gegenseitig zu unterstützen? Wie kommt es dann, dass wir alles andere erfahren und gelernt haben, dass wir im Laufe unseres Lebens zu der Überzeugung gelangt sind, Hilfe zu brauchen wäre eine Schwäche? Vielleicht haben wir als Erwachsener die Option, um Hilfe zu bitten sogar völlig aus unserem Repertoire verloren.
Unser natürliches Bedürfnis nach Hilfe
Wenn ich mich so erinnere, war es für mich eigentlich immer schwierig, Hilfe anzunehmen oder um Hilfe zu fragen. Selbst wenn Unterstützung kam, konnte ich sie kaum annehmen und bemühte mich, keine Last zu sein und mitzuhelfen. Ich erinnere mich noch daran, dass ich als Kind beim Anlehnen an jemanden oft damit begann, mein Gewicht selbst zu halten, meinen Kopf nicht schwer werden zu lassen, damit man mich länger „aushalten“ konnte.
Als Menschen sind wir in unserer frühen Entwicklungsphase dazu gemacht, Hilfe zu brauchen. Wir sind darauf angewiesen, dass jemand anderer uns liebevoll wahrnimmt und beginnt unsere Bedürfnisse zu erfüllen, die wir ganz natürlicherweise mitbringen. Wir können uns als Baby nicht selbst halten oder beruhigen. Wir brauchen jemand Liebevolles im Außen, der uns wahrnimmt, mit uns in Beziehung steht und unsere Bedürfnisse erkennt und stillt, uns hilft unsere Gefühle zu fühlen und das Leben kennenzulernen. Die frühkindliche Ebene bildete das Fundamten für unser erwachsenes Selbst – in der Weise wie wir unterstützt WURDEN, können wir später selbst für unsere Unterstützung sorgen.
Fürsorge nachträglich erfahren
Was geschieht in uns, wenn für unsere Bedürfnisse in der frühen Kindheit nicht ausreichend und nicht liebevoll genug gesorgt wurde? Es kann eine Leere in uns hinterlassen. Ein tiefes Gefühl von Hilflosigkeit ohne Hoffnung. Es kann sein, dass wir uns später ständig als Last empfinden. Es vermittelt uns das Gefühl, dass etwas mit uns nicht stimmt, dass wir es nicht wert sind, dass man sich um uns kümmert.
Wenn wir schon früh in unserer Entwicklung Ablehnung erlebt haben, beziehen wir sie zuerst auf uns selbst, wir gehen nicht von einem Unvermögen der Eltern oder der Bezugspersonen aus, sich einzufühlen oder für uns zu sorgen. Nein, wir glauben, mit uns stimmt etwas nicht und versuchen, uns dann so leicht „handhabbar“ für andere zu machen wie es nur geht und alles allein zu schaffen.
Wenn wir als Erwachsene das Gefühl haben, dass es sowieso keine Hilfe gibt, dass wir sowieso für alles allein sorgen müssen, kann es sein, dass wir darin auf frühe Prägungen stoßen, Erlebnisse und Umstände, die wir im Körper gespeichert haben, die wir nie verdauen konnten. Vielleicht ist auch die Fähigkeit, Hilfe anzunehmen nicht in uns entwickelt und ausgebildet. Und dann können wir uns fragen: Wie fühlt sich eigentlich liebevolle Hilfe an? Was wenn ich keine Last bin, sondern ein Geschenk? Wie fühlt sich Hilfe annehmen an, wenn ich mich wertvoll fühle?
Für mich ist es immer wieder ein wichtige Übung, in Berührung mit den Anteilen, die sich als Last empfinden, diese liebevolle Wahrnehmung und Fürsorge nachzunähren. Und wenn du magst, findest du hier eine kleine Audio, in der du erfährst, wie Anteile von dir liebevoll wahrgenommen werden und dein Wertgefühl eine völlig neues Fundament erhält. Viel Freude dabei! 🙂
Alles Liebe,
Deine Kathrin


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