das meer

Die stillen Worte

Hey, wie schön, dass du hier bist!

Heute möchte ich eine Heilerfahrung mit dir teilen, in der ich selbst Klientin war im Morgenlicht-Coaching®. Meine liebe Coachin begleitet mich schon viele Jahre und ich bin immer wieder so berührt von der Tiefe der heilsamen Erfahrungen, durch die ich gehen darf – und in dieser Sitzung, über die ich heute ein wenig erzähle, geht es um den Ausdruck, der sich entwickelt und der im Prozeß unserer Heilung immer vollständiger werden möchte.

Wie entwickelt sich eigentlich unser authentischer Ausdruck? Wie finden wir mehr in unsere ureigene Stimme? Welche Verbindung gibt es zwischen deinem seelischen Ausdruck und deinem Sprechen? Ich glaube jeder von uns bereichert durch die eigenen, ganz individuellen Heilungsschritte jede Antwort, die jemand auf diese Fragen geben könnte.

Begegnung mit der Sprachlosigkeit

Dieses Thema der Sprachlosigkeit kenne ich schon sehr lange. Ich erinnere mich noch genau daran, wenn in der Schule im Unterricht Fragen gestellt wurden oder wir aufgefordert wurden etwas zu irgendwas zu sagen, blieb mir oft die Stimme weg und auch die Gedanken. Es war wir eine stumme Leere, die auf einmal da war. Ich erinnere mich, wie ich mich schon damals wunderte, denn wenn ich nicht gefragt wurde, konnte ich sprechen. Nur wenn jemand quasi den Scheinwerfer auf mich richtete, blieben mir die Worte im Halse stecken. Ich konnte mich eher im Schreiben ausdrücken, da fiel es mir leichter, ich selbst zu sein.

Und nun, einige Tage vor meiner Coaching Sitzung bemerkte ich immer wieder diese eigenartige Spachlosigkeit, die ich zutiefst kenne und die mir überall dort begegnet wo ich mich ausdrücken soll, nicht smalltalk, sondern vielmehr da, wo ich ich selbst sein kann. Jetzt kam sie mehr in mein Bewusstsein. Wenn ich diese Sprachlosigkeit fühle, fühlt sie sich an als wäre sie zu sehr gezwungen worden, verurteilt und belächelt. Sie fühlt sich zurückgedrängt und ängstlich an.

Liebe ohne Worte

Als wir im Coaching über die Körperwahrnehmung in Berührung kamen mit dem Anteil, der sich dazu zeigte, spürte ich erstmal eine riesige Nebelwand um mich herum, tiefster Nebel, keine Stimmen, ein Gefühl tiefster Verlassenheit und Haltlosigkeit. Schon allein dass wir diesen Anteil erstmal nur liebevoll wahrgenommen und willkommengeheißen haben, war so heilsam, weil sich tief in meinem Innern eine bestimmte Ebene zum ersten Mal gesehen fühlte. Im Laufe der Sitzung haben wir zusätzliche liebevolle Helfer eingeladen, die diesen Anteil wahrnehmen konnten in seiner Sprachlosigkeit, in seiner Orientierungslosigkeit und nichts von ihm verlangten. Da war zum allerersten Mal auf dieser frühen Entwicklungsebene die tiefe Erlaubnis da, mit so einer absoluten Selbstverständlichkeit, nicht sprechen zu MÜSSEN, mich nicht ausdrücken zu MÜSSEN und gleichzeitig war ich da – es entstand das Gefühl, dass ich existiere. Vorher war da nur eine neblige, suchende Wahrnehmung – als hätte mein Körper nach einer Resonanz gesucht.

Dann begann sich allmählich etwas zu verändern. Ich spürte wie in mir eine Erleichterung aufkam und wie dieser Anteil ganz zart lebendiger wurde und ganz vorsichtig begann ohne Worte zu sprechen, sich mitzuteilen, zu fühlen, zu spüren wieviel Liebe ihn gerade umgibt, die ihn erkannte – ohne Worte. Und ich entdeckte in meiner Sprachlosigkeit auch meine Seele, die in dieser Heilungserfahrung die Resonanz fand, die sie immer suchte. Dieser Anteil war auf der Suche nach liebevollem Gesehenwerden, Erkanntwerden – das, was wir in unserer frühen Entwicklung brauchen, damit das Gefühl und die Sicherheit in uns entsteht, dass wir existieren, dass wir da sind und gewollt sind.

Eine tiefe Freude entstand leise in mir in dieser neuen Art der Kommunikation – die neue Ebene von ‚Ausdruck in Beziehung‘, die sich entwickelte.

Dein Ausdruck erwacht

Für unsere seelischen Anteile ist es so heilsam, ihnen zu erlauben ihre Liebe ohne Worte leuchten zu lassen. ‚Schau, du leuchtest nicht allein. Da sind liebevolle Begleiter an deiner Seite, die dich nicht drängen oder verurteilen, sondern die auf dieser Ebene ganz ohne Worte mit dir sind, dich erkennen und so viel sagen.‘

Diese energetische Art zu sprechen, ist unsere seelische Art – sie ähnelt der Sprache unseres Herzens, die wir auch, noch bevor wir Worte haben, sprechen. Sie verbindet uns mit dem Herzen unseres Gegenüber – wir sprechen von Herz zu Herz und manchmal sind auch dort große Enttäuschungen und Verletzungen entstanden, wenn da Kälte war oder niemand, der mit uns in Resonanz ging. Und wie heilsam wäre es, diesen Anteilen von heute, diese Sprache des Herzens und der Seele wieder zu ermöglichen, ihnen ein liebevolles Gegenüber zu erlauben, dass ihre Sprache spricht, sie hört, sie wahrnimmt.

Was macht es mit unserem erwachsenen Ausdruck, wenn unsere Seele und unsere frühkindlichen Anteile ihren Platz einnehmen dürfen, nicht in Worten sprechen müssen, sondern in ihrer Sprache, in ihrem Ausdruck schwelgen dürfen? Wieviel seelenvoller wird das, was wir in Worte fassen und die Stille, die aufkommen darf? Vielleicht können wir in unserer Sprachlosigkeit den Reichtum, die Liebe und die Weisheit unserer Seele und unseres Herzenz langsam und behutsam wiederentdecken.

Wie geht es dir mit deinem Ausdruck? Merkst du auch, dass sich gerade so viel alte Beschränkungen lösen und dein Ausdruck sich befreien möchte? Kennst du auch die sprachlosen Anteile in dir?

Sei lieb von Herzen gegrüßt,

Deine Kathrin


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