Die kleinen Schritte leuchten

Hallo, wie schön, dass du hier bist!

Wenn wir uns mit unserer Traumaheilung beschäftigen, ist es ja oft sehr herausfordernd und führt uns so sehr durch unsere eigenen Tiefen. Da finde ich es ganz heilsam, zwischendurch mal innezuhalten und einfach ein wärmendes Licht auf die kleinen Geschenke zu richten, die wir annehmen dürfen auf unserer Reise. Worauf dürfen wir uns freuen, wenn wir beginnen unser Trauma zu heilen und uns einzulassen auf den tiefen Wandlungsprozess?

Vielleicht erwarten wir große Veränderungen, die sich schnell einstellen, wie dass wir endlich den Job wechseln können oder uns trauen, anderen mal ehrlich unsere Meinung zu sagen oder eine Beziehung einzugehen oder mal einen Joga-Kurs besuchen zu können und uns unter Menschen zu trauen. Vielleicht hoffen wir auch auf eine schnelle Genesung oder Erlösung von anderen Leiden, was natürlich absolut nachvollziehbar ist und sehr verständlich.

Nach meiner Erfahrung ist es allerdings eher so, dass sich diese Veränderungen im Außen, die wir uns manchmal so sehr wünschen oft eher langsam einstellen und dass sich die Umstände manchmal auch einfach in der Weise verändern, dass wir sie leichter annehmen können. Und wenn wir diesem Prozess der Wandlung und Entwicklung Raum geben, geschieht, meiner Beobachtung nach, die Veränderung im Außen auf eine sehr natürliche Weise und ganz im Einklang mit unseren Kapazitäten. Ganz so wie ein Baum wächst: Lange bevor er zum Vorschein kommt, bricht der Samen auf und die Wurzeln verzweigen sich im Inneren der Erde – im Verborgenen. Die Wurzeln werden kräftiger und der Keimling wächst langsam empor und zeigt sich, während sein Wachstum und seine Entwicklung weiter geschehen. Und genau da möchte ich heute mal hinspüren mit euch – zu unseren stillen leuchtenden inneren Schritten, die man von Außen oft erstmal nicht sieht.

Ein kleines freudvolles Leuchten

Dazu möchte ich eine kleine eigene Erfahrung teilen und vielleicht kennst du so etwas oder so etwas Ähnliches auch?

Ich fang einfach mal von vorne an 🙂 als ich ganz am Anfang stand und die ersten Schritte in der Traumaheilung ging. Erstmal bemerkte ich in mir so unglaublich viel Schwere und Erstarrung, so vieles in mir hatte sich völlig aus dem Leben zurückgezogen und fühlte sich depressiv und hoffnungslos an. Mir war nicht klar, wie sich das jemals verändern sollte. In meinen ersten Sitzungen begleitete mich meine liebe Helferin darin, immer wieder Kontakt aufzunehmen mit etwas, was sich angenehm anfühlt oder einfach neutral. Wir schauten, ob es etwas in meinem Körper gab, was sich gerade einigermaßen ok anfühlt und was ich wahrnehmen konnte. Oder, wenn es da gerade nichts gab, dann schauten wir nach etwas im Raum, z.B. dem flauschigen Teppich unter den Füßen oder den Blumen auf dem Tisch. Es war eine ganze Weile total schwierig für mich und ich merkte wie ich immer wieder in das Schwere richtig hineingesogen wurde und jedes Mal half mir meine Begleitung wieder, das Neutrale und Angenehme zu finden. So ging es viele, viele Sitzungen lang und dann gab es einen Moment:

Ich fühlte, während ich nach einer Sitzung spazieren ging, voller Erstaunen, eine so sanfte lebendige Freude in mir, die sich begann abzuwechseln mit den schweren Gefühlen, die auch noch da waren. Beides war da und beides begann wie von alleine zu pendeln in mir. Da erlebte ich das erste Mal diese natürliche innere Bewegung als Teil meiner Lebendigkeit. Und ich dachte, ah, so ist es also lebendig zu sein.

Durch diese Pendelbewegung zwischen dem Schweren und Angenehmen, die ich in den Sitzungen übte, konnte mein Nervensystem ganz allmählich aus dieser traumatischen Sogkraft herauswachsen und begann auch das Freudvolle wieder mehr wahrzunehmen, das Lichtvolle – in ganz kleinen und immer wiederkehrenden Schritten. Ich fühlte, wie ich den Herausforderungen im Alltag langsam mit mehr innerer Stabilität begegnen konnte – meine Kapazität wuchs. Ich fühlte mich dem Schweren, das in mir hochkam nicht mehr so ausgeliefert.

Manchmal kommen uns diese kleinen Schritte nicht so großartig vor, aber sie sind es und sie leuchten. Sie erhellen den Weg für uns und für andere Menschen. Da gibt es diese vielen kleinen, so unscheinbar wirkenden, liebevollen inneren Schritte, die nach und nach deine ganz Welt verändern. So wunderschön, wenn wir wieder lebendiger werden.

Dein Licht leuchtet!

Ich wünsche Dir wundervolle Weihnachten und eine segensreiche Zeit zwischen den Jahren, einen liebevollen Übergang und gutes Ankommen in Deiner Zeit im Jahr 2025.

Alles Liebe zu dir!


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