Hey du, wie schön, dass du da bist!
Wenn wir uns auf die Arbeit mit dem Körper einlassen, machen wir uns auf, ihm zu begegnen. Und heute möchte ich der Frage folgen wie wir das eigentlich am besten machen können und welche Herausforderungen damit manchmal verbunden sind. Wie können wir mit unserem Körper auf heilsame Weise Kontakt aufnehmen?
Mir begegnen dabei zwei grundlegende Arten, wie wir uns dem Körper annähern können: Einmal gibt es da den Weg über den Kopf, d.h. über unsere Gedanken und Konzepte, unser Wissen über ihn, wie er „funktioniert“. Ich glaube, diesen Weg kennen wir alle ganz gut. Wir erleben diese Herangehensweise beispielsweise oft in medizinischen Bereichen, wo unser Körper mehr als etwas gesehen wird, was repariert werden muss, also eher mechanischer und funktioneller betrachtet wird.
Und dann gibt es den Zugang zum Körper über den Körper selbst. Und hier bedeutet es, dass wir uns auf den Körper einstimmen und lernen, ihn mit unseren Sinnen wahrzunehmen und ihm zu begegnen – so wie wir es zum Beispiel auch im Morgenlicht-Coaching® üben. Wir nähern uns dem Körper auf seiner Ebene, lernen seine Sprache kennen. Wir sind dabei nicht vordergründig hinter einer Lösung her, es geht vielmehr darum eine liebevolle, achtsame Beziehung zu unserem Körper zu entwickeln.
Deine Körperweisheit entdecken
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es anfangs irgendwie ein komisches Gefühl war, mich meinem Körper auf diese Weise anzunähern. Es fühlte sich erstmal sehr fremd und fern an, fast ein bisschen unwirklich – mein Körper. Ich war es nicht gewohnt und verstand ihn auch erstmal gar nicht. Es war als würde ich ihn anrufen und ihm Fragen stellen, aber ich konnte seine Antworten nicht hören. Nicht weil er nichts sagte, sondern weil ich seine Art zu sprechen nicht verstand.
In meinem Leben war ich sehr lange eher ziemlich verkopft unterwegs gewesen und versuchte mehr auf der Verstandesebene meinen Körper und meine Gefühle zu ergründen. Das waren auch wertvolle Schritte, nur brachte mich das nicht über einen bestimmten Punkt hinaus. Und als ich begann mich auf meine eigene Traumaheilung einzulassen, gab es viele Momente, wo ich richtig merkte, wie so viele meiner erdachten Vorstellungen von mir abfallen mussten, sanfter werden durften und dadurch mein Körper langsam immer sichtbarer wurde. Am Anfang versuchte ich zum Beispiel immer wieder die wundervolle Übung, den Boden wahrzunehmen, also meine Füße auf dem Boden zu fühlen. Ich dachte oft, ja logisch, sie stehen auf dem Boden, ich kann sie sehen, also muss ich es doch fühlen. Also dachte ich, ich fühle die Füße auf dem Boden. Ah, ich dachte, ich fühle 😉 Erst mit der Zeit wurde mir bewusst, dass ich ohne mich zu zwingen oder anzustrengen, meine Füße oft gar nicht wirklich auf dem Boden spüren konnte – es war manchmal eher ein Schweben. Und mit dieser Körperwahrnehmung sprach mein Körper mit mir und zeigte mir, was eigentlich authentisch gerade möglich ist, was er spürt, was eigentlich gerade da ist. Und es ist kein Fehler, dass ich meine Füße nicht auf dem Boden fühlen konnte und stattdessen das Gefühl hatte zu schweben. Es war seine Wahrnehmung, er zeigte mir damit, wie es ihm in Wahrheit geht, ohne Konzepte, ohne Worte.
Ich merkte, ich musste innerlich so viel langsamer werden, so viel geduldiger und so viel sanftmütiger mit mir selbst. Je öfter ich mich immer wieder einlasse auf mich und meinen Körper, umso mehr kann ich genau diese Dinge entwickeln. Für mich gehen sie Hand in Hand.
Ein liebevoller Raum entsteht
Wir können uns erlauben, von unserem Körper zu lernen und ihn am Anfang vielleicht auch nicht zu verstehen weil seine Ebene etwas ist, was wir noch nicht so gut kennen. Vielleicht können wir innerlich einfach einen Schritt zurückgehen 🙂 und dabei unsere Konzepte und Ideen auch erstmal mit ein Stück zurück nehmen und einfach beginnen zu lauschen auf die Ebene des Körpers.
Wir können einen liebevollen Raum geben mit unendlich viel Zeit, ohne Druck, ohne den Anspruch, dass irgendetwas passieren muss oder sich verändern muss. Wir nehmen wahr wie es unserem Körper geht, wann er Abstand braucht, wann es ok ist weiterzugehen, sogar dass er vielleicht manchmal gar nicht wahrgenommen werden möchte. All das sind Voraussetzungen dafür, dass wir mit unserem Körper eine vertrauensvolle Beziehung entwickeln können und der Körper beginnt dann in diesem sicheren Raum, seine Verletzungen und seine unerlösten Reaktionen aus der Vergangenheit zu zeigen.
Mir hilft es manchmal, meinen Körper als Landschaft wahrzunehmen vor der ich stehe und in die ich hineinlauschen kann. Ich bin offen für das, was er mir heute zeigt, für das, was sich heute lösen möchte und ich warte an der Schwelle meines Körpers, bis er mich einläd – wie vor einem Wald oder einem See.
Wenn wir der Weisheit unseres Körpers folgen, kommen wir dort an, wo wir eigentlich wirklich sind. Wir landen in der Einfachheit, in der Klarheit und kommen in Berührung mit unseren tiefsten Wunden und unserem tiefsten Potenzial. Unser Körper möchte sich befreien von all den unerlösten Gefühlen und Blockaden in ihm und wir begegnen ihnen mit unserem wachsenden Fundament von Halt und Geborgenheit im Hier und Jetzt. Der Körper integriert sich dabei mehr in unsere Wahrnehmung, in unser Sein als Mensch und seine Weisheit beginnt unser Leben zu bereichern. Ich glaube, der Verstand, der Körper und die Seele dürfen in eine ganz neue heilsame Balance finden. Und der Körper braucht dabei unsere liebevolle Wahrnehmung, unsere fühlende Präsenz. Er ist ein fühlendes Wesen und macht uns die Welt auf seine ganz besondere Weise erfahrbar – das ist sein großes Geschenk.
Vielleicht magst du ja auch mal ausprobieren, deinem Körper zu lauschen. Und wenn du Fragen hast oder dir dabei Unterstützung wünschst, schreib mir gerne eine Nachricht.


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