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Pausen machen – warum ist das so schwierig?

Hey du, wie schön dass du hier bist!

Ja, warum ist es denn manchmal gar nicht so einfach, eine Pause zu machen und ein wenig zur Ruhe zu kommen? Mir ging es lange so, dass ich im Grunde gar keine richtige Pause machen konnte. Wenn, dann sah sie so aus, dass ich nur schnell etwas gegessen und etwas getrunken habe und dann wieder loslegte. Es war immer eine Hektik und Stress dabei, von Entspannung und Auftanken keine Spur.

Vielleicht geht es dir auch so wie mir und du hast dann einfach versucht, mehr Pausen einzuplanen. Und vielleicht hast du auch schnell gemerkt, dass es irgendwie egal ist wie viele und wie lange du Pausen machen wolltest, du hast den Weg in die Entspannung einfach nicht gefunden? Für mich war das erstmal so unangenehm, denn all die schwierigen Gefühle kamen immer mehr in den Vordergrund und ich merkte wie dieser Stress und die Anspannung eigentlich zur Grundlage meines Lebens gehörten.

Warum kommen wir manchmal so schwer zur Ruhe? Was steckt dahinter? Und wie können wir es in die Heilung begleiten?

Für mich war es zum einen sehr tröstlich zu merken, dass es nicht nur mein Thema war, nicht nur ich fühlte mich getrieben und gehetzt, als würde es um mein Überleben gehen und als wäre es nicht erlaubt, Pausen zu machen. Einige von uns kennen das gut. Auch das alte Arbeitsbewusstsein, in dem wir aufwachsen prägt uns. Und zum anderen hat mir die Perspektive aus der körperorientierten Traumaheilung sehr geholfen, die möglichen Hintergründe von meinem Stress besser zu verstehen. Denn oft, wenn uns in unserem Leben Gefühle oder Stimmungen begegnen, die sich so grundlegend anfühlen, dann lohnt es sich zu schauen und zu prüfen, ob sie vielleicht aus unserer ganz frühen und sogar vorgeburtlichen Entwicklung stammen.

Gab es ein liebevolles unterstützendes Miteinander, als du klein warst? Gab es genug Zeit und Raum für dich? Wurdest du liebevoll willkommen geheißen und wahrgenommen? Konnten sich deine Eltern gut entspannen oder waren sie selbst in einer Art Dauerstress und Überforderung? Gab es genug Sicherheit und Geborgenheit als du auf die Welt gekommen bist?

Das kleine Nervensystem und Co-Regulation

Wenn sich unser Nervensystem in der frühen Kindheit entwickelt, orientiert es sich an dem der Erwachsenen, an unserem nahen Umfeld und wir nehmen ihre Prägungen in uns auf. So kann es zum Beispiel sein, dass wir die Stressmuster unserer Eltern in uns tragen oder wir noch mit bestimmten Stressfeldern in Verbindung sind, die gar nicht zu uns gehören. Diese Stimmung wird für uns dann „normal“ und zu einem der Grundgefühle unseres Lebens.

Manchmal konnte unser kleines Nervensystem den Weg in die Ruhe nicht oder nicht vollständig entwickeln. Aber wir haben heute die Möglichkeit zum Beispiel durch Co-Regulation diese Entwicklung auf sanfte Weise nachzuholen. Durch ein immer wiederkehrendes „In die Ruhe finden“ – mit jemandem zusammen, der den Weg in die Ruhe bereits kennt. So bilden sich neue Nervenpfade und wir kommen wieder in Berührung mit dem liebevollen natürlichen Lebensrhythmus – einem entspannten Hin und Her von Aktivität und Ruhe.

Wie funktioniert Co-Regulation denn genau?

Wir können einfach mal Ausschau halten nach einem gut regulierten Helfer, zum Beispiel einem Element aus der Natur oder einem Krafttier, was dich anspricht und was dir Geborgenheit und Unterstützung vermittelt. Diese Helfer können manchmal unmittelbar bei dir sein, wie ein kraftvoller Baum, an den du dich anlehnen kannst oder aber innerlich intuitiv wahrnehmbar, wie der sanfte Elephant, der uns auf seinem Rücken tragen kann. Manchmal ist es auch ein ruhiger großer Felsen, der einfach nur da steht, an den wir uns innerlich anlehnen können und mit dem wir den Stress einfach teilen können. Dann entspannt sich manchmal schon etwas in uns und der Stress kann langsam abfließen. Du kannst dich fragen, wer ist ruhig genug, stark genug, um deinen Stress zu halten? Wer kann sich vielleicht sogar zwischen dich und den Stress stellen? Wer verkörpert den Weg in die Entspannung gerade so, dass du es annehmen kannst?

Jedes Mal wenn du mit dieser heilsamen Erfahrung in Berührung bist, heilt dein Nervensystem ein Stückchen mehr und dein Körper kann die alten Stressmuster loslassen und etwas Neues fühlen lernen. Geborgenheit, Halt und Zeit haben dürfen für alles, was ist. Mit der Zeit wird es ganz natürlich, dass du mehr Entspannung fühlst und sich immer mehr ein gesunder Rhythmus von Ruhe und Aktivität in deinem Leben zeigt und das hat dann auch Auswirkungen auf deine Mittagspause von heute 🙂 Es ist ein Weg, der dein Fundament berührt – deine frühkindliche Entwicklung – und es braucht Zeit, die wir uns geben dürfen.

Wenn du weiter eintauchen möchtest, findest du hier eine kleine Übung zu Co-Regulation. Erlaub dir, dich einzuschwingen und aufzutanken.

Alles Liebe für dich!


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