In der Tiefe gelandet

Hey, so schön, dass du hier bist!

Was, wenn uns der Mut verlässt und das Chaos über uns hereinbricht? Was, wenn alles zu viel geworden ist? Was, wenn wir in diesen Momenten nicht aufhören können zu kämpfen, gegen das, was gerade da ist? Was, wenn wir einfach keine Lösung mehr sehen?

Es gibt diese Phasen oder Momente in unserem Leben, in denen wir nicht mehr weiter können, wo uns jegliche Kraft und Mut verlässt. Vielleicht erlebst du gerade so einen Moment? Ich möchte dir erzählen, wer mir auf meinem Weg begegnet ist als ich genau durch solche Phasen hindurchging, in denen ich dachte, ich würde das niemals schaffen und sich alles zutiefst hoffnungslos anfühlte.

Das Licht in der Dunkelheit

Es gab einige Erfahrungen in meinem Leben, in denen ich vollkommen allein durch für mich größte Herausforderungen ging und ich nicht mehr wusste, was der nächste Schritt ist, mich jegliche Hoffnung verließ. Ich fühlte, wie mein ganzer Körper nicht mehr weiter konnte und ich in höchster Anspannung war, die in sich zusammenfiel. In dem Moment konnte ich es weder auflösen noch all dem in mir in irgendeiner Weise heilsam begegnen. Ich fühlte nur Angst und tiefe Hilflosigkeit. Und ich weiß noch, es gab dann einen Moment an meinem tiefsten Punkt, in dem es auf einmal still wurde in mir und ich begann, eine liebevolle Stimme in mir zu fühlen und die Worte stiegen auf. „Ich atme mit dir. Ich bin bei dir. Ich atme mit dir zusammen. Du brauchst es nicht allein zu tun.“ Diese Worte wurden mein inneres Mantra. Ich schrieb sie immer wieder auf, ich sagte sie immer wieder, ich hörte sie immer wieder.

Da war auf einmal das Gefühl, dass inmitten meiner Hilflosigkeit, mitten in meiner Verzweiflung, in meinem tiefsten Schmerz jemand an meiner Seite ist, jemand der diese Gefühle mit mir zusammen fühlt. Und an diesem Punkt spürte ich wie mich eine Ruhe und ein tiefer Frieden ergriff, der nicht von dieser Welt kommt, sondern viel tiefgreifender, umfassender war als es je eine menschliche Regung sein könnte. Ich fragte mich wer oder was ist mir da begegnet und berührte mein Herz in dieser sanften und liebevollen Weise?

Damals hatte ich noch keine Worte dafür, es war eine Liebe, die mein Herz berührte und ich konnte ahnen, dass es Gott war. Ich entdeckte, dass Gott bei mir war, obwohl sich alles so furchtbar anfühlte. Gott hielt mich auch mit dem Chaos, mit meiner Verzweiflung, mit allem, was da war. Er war mittendrin. Ich fragte mich, warum er uns dort begegnet, warum da in der Dunkelheit ein Licht für uns leuchtet?

Immer wieder bis heute stelle ich mir diese Fragen und gehe mit diesen Fragen auch zu Gott. Und jedesmal tauche ich auf mit neuen Erkenntnissen, tieferem Verstehen und demütigem Annähern an das größte Mysterium des Lebens. Und eine Inspiration möchte ich gern mit euch teilen.

Selbst da wo du Gott nicht mehr fühlst, ist er da

Ich glaube, als Gott zu uns kam als Mensch – als Jesus Christus – erschuf er den Weg für uns, Gott wieder zu fühlen, Gott wieder zu erfahren, ihm wieder entgegen gehen zu können. Gott ging immer auf uns zu, wir hatten uns nur so weit entfernt von ihm, dass wir den Weg allein nicht wieder zu ihm zurückgefunden hätten.

Jesus stellte sich an die Stelle der tiefsten Trennung von Gott. Als Jesus am Kreuz sagte: Warum hast du mich verlassen? erlebte er das Gefühl der Trennung von Gott obwohl er selbst Gott war. Das ist etwas, was mich immer wieder zutiefst berührt. Er hat sich selbst so sehr als Sohn erfahren, ist ganz in die menschliche Erfahrung eingetaucht, ein Kind Gottes zu sein, um uns dadurch so nahe zu kommen wie es irgend ging. Er ist selbst durch diese tiefste Trennung durchgegangen, an den Ort gelangt, an dem wir Gott nicht mehr fühlen konnten, denn wir sind so sehr herausgefallen aus der ursprünglichen Schöpfung und hatten die lebendige Beziehung zu Gott verloren.

Und weil Christus selbst da hindurchgewandert ist, leuchtet sein Licht in der Mitte dieser schweren Erfahrungen und wir können seinen Weg in unserer tiefsten Dunkelheit finden und seinen leuchtenden Fußspuren nachfolgen. Er kennt diesen Schmerz und ist in unseren Tränen, in unserer Verzweiflung, unserem Sehnen, unserem Hadern, unserem Kampf. Wir können in diesem Wissen sein, ohne ihn vielleicht in den Situationen vollkommen fühlen zu können. Er ist da. Auch dich erreicht sein Halt und seine Liebe auf eine Weise, die dich ihm näher bringt.

Manchmal sind wir vielleicht in unserer Bindungs- und Beziehungsfähigkeit so sehr verletzt, dass wir uns seiner bedingungslosen Liebe nur ganz in kleinen Schritten wieder zuwenden können, uns vielleicht erstmal skeptisch und zweifelnd annähern und wieder fortgehen und wieder näher kommen. Wir dürfen immer weiter heilen in seiner Liebe, immer ein Stück mehr und erleben wie diese Heilung in unserem Leben wirkt. Wir dürfen beginnen, zu erblühen, auf eine neue Weise in unserem Körper anzukommen, zu leben, seelenvoll verbunden mit der tiefen Liebe.

Alles Liebe zu dir,

Deine Kathrin


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